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Zweitkatze?
Was tun?
Ein neuer Artgenosse?
"Hurra" mit Maßen!
Wieso
gehen wir eigentlich davon aus, dass eine Katze sich freuen
muss, wenn sie eine andere sieht? Weil beides Katzen sind?
Würde es uns denn glücklich machen, wenn unser
Partner einen fremden Menschen anschleppt und ihn fröhlich
zum neuen Unternmieter erklärt?
Für die meisten Katzen ist ein Artgenosse enorm wichtig,
aber wir müssen die Spielregeln beachten. Grundsätzlich
lässt sich sagen: Solange der Zuwachs nicht bereits
beim ersten näheren Kontakt sofort bitterböse
attackiert wird, ist Land in Sicht, und es kann nur besser
werden. Von fundamentaler Bedeutung ist die absolut bevorzugte
Behandlung der Revierinhaber/in und keineswegs Schelte,
wenn gefaucht oder gebrummt wird - aber sehr wohl konsequentes
Eingreifen mit fester Stimme. ("Neeein", tief,
nicht laut!)
Katzen
sind territoriale Tiere. Daher müssen Sie sich auf
einige Klagen von Seiten Ihrer alteingesessenen Katze gefasst
machen, wenn Sie einen neuen Gefährten in ihr Revier
bringen. Mit der richtigen Vorbereitung und Einführung
werden Sie es jedoch schaffen.
- Sie sollten
möglichst nach einer ergänzenden Katzen-Persönlichkeit
Ausschau halten:
| Ihre
Katze |
Neue
Katze |
Vorteile |
| Verschmuste,
anhängliche Schoßkatze |
Verspielte
Katze,
keine Schoßkatze |
Weniger
Eifersucht,
es wird nicht so viel Konkurrenz um Ihre Aufmerksamkeit
geben. |
| Träge,
übergewichtige Katze |
Kätzchen
(ca. 3 Monate alt) |
Der
Spieltrieb wird zurückkehren. |
| Hyperaktive
Katze |
Jungkatze
(ca. 6 Monate alt) |
Ideal
für gemeinsame Spielstunden. |
| Einsame
oder alte Katze |
Jede
Katze, die andere Katzen den Menschen vorzieht,
keine Schoßkatze |
Bietet
Gesellschaft und Nähe |
-
Ihre
erwachsene Katze sollte kastriert und geimpft sein,
bevor Sie ihr eine andere Katze zugesellen. (Kastration
reduziert Territorialgefühle.)
-
Einer
erwachsenen Katze eine Katze zuzugesellen, ist ein schwieriges
Unterfangen. Eine kastrierte Katze wird sich in der
Regel mit einem kastrierten Kater leichter anfreunden.
Ein Kater ist etwas toleranter und wird mit beiderlei
Geschlechtern zurecht kommen (können). Der leichteste
Weg ist ein Jungtier als Gesellschafter zu wählen.
In diesem Fall spielt das Geschlecht keine Rolle.
-
Füttern
Sie vor dem ersten Zusammentreffen beide Katzen. Das
trägt zu einer ruhigeren Reaktion bei.
-
Falls
möglich, lassen Sie die neue Katze von jemand anderem
ins Haus bringen. Da Katzen territorial sind, wird Ihre
Katze nicht so sehr beleidigt sein, wenn nicht Sie derjenige
sind, der den "Eindringling" ins Haus schleppt.
Lassen Sie den Neuankömmling in das Zimmer bringen,
welches als vorübergehendes Domizil bestimmt ist,
und schließen Sie die Tür. Dieser Raum sollte
mit einer Katzentoilette, einem Körbchen, einem
Kratzbaum, einer Futter- und Wasserschüssel sowie
Spielzeug versehen sein.
Die
Ankunft:
-
Während
die neue Katze in ihr Zimmer gebracht wird, lenken Sie
Ihre Katze mit Spielen ab. Sie verhalten sich als wenn
nichts Ungewöhnliches los ist. Ihre Katze wird
sich zu der Tür des Neuankömmlings begeben
und dort schnuppern. Sie kann sogar knurren und fauchen.
Regen Sie sich nicht auf, das ist völlig normal.
Fahren Sie in Ihren Handlungen fort, als ob Sie nichts
damit zu tun und keine Ahnung haben, wie eine fremde
Katze in Ihr Haus gelangen konnte.
-
Halten
Sie den Neuankömmling einige Tage lang in dem separaten
Zimmer, bis sich die Lage beruhigt hat. Das hilft ihm,
sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und gibt
Ihrer alteingesessenen Katze etwas Zeit, über den
anfänglichen Schock, einen Eindringling in ihrem
Territorium zu haben, hinwegzukommen. Auf diese Weise
schaffen Sie einen leichteren Übergang für
Ihre Katze, weil so nur ein Teil ihres Reviers verletzt
wurde.
-
Falls
die Angelegenheit relativ ruhig verläuft, wechseln
Sie die Position der Katzen für einige Stunden.
Anschließend bringen Sie die Katzen in ihre ursprünglichen
Räume zurück.
-
Falls
die Angelegenheit weiterhin ruhig verläuft, können
Sie am nächsten Tag beiläufig die Tür
zum Raum der neuen Katze öffnen, und den beiden
erlauben, erste Kontakte zu knüpfen. Denken
Sie daran, entscheidend ist es, beiläufig die Tür
zu öffnen. Überwachen Sie alles aus der Distanz
und mischen Sie sich nicht ein, außer, es
droht ein Kampf auszubrechen. Mit Fauchen, Knurren und
sogar Pfotenhieben müssen Sie rechnen. Geschrei
ist kein gutes Zeichen. Trennen Sie die Katzen, falls
richtiggehendes Geschrei ertönt.
-
Obwohl
der Neuankömmling sich nun im ganzen Haus bewegen
kann, belassen Sie seine Katzentoilette, seinen Schlafplatz
und seine Futterschalen in "seinem" Raum.
Er wird die Sicherheit dieser ursprünglichen Heimbasis
noch für eine Weile zu schätzen wissen.
-
Die
Akzeptanzphase kann von ein paar Tagen bis zu einem
Monat oder mehr dauern. Sie können die Erfolgsrate
verbessern, indem Sie die neue Katze eine Weile nicht
streicheln. Das zwingt sie dann, Ihre Katze zwecks Gesellschaft
aufzusuchen. Sprechen Sie viel mit Ihrer alteingesessenen
Katze, vor allem, wenn Sie etwas für den Neuankömmling
tun. Wenn Sie mit ihr sprechen, fühlt Sie sich
zugehörig.
-
Sie
können die Einbürgerung als erfolgreich sehen,
wenn die beiden miteinander spielen oder miteinander
ruhen und sich gegenseitig putzen. Dann können
Sie anfangen die Futterschüsseln in einen Raum
zu stellen (weit auseinander, um Knurren und Fauchen
zu verhindern). Sobald Sie die beiden dazu gebracht
haben in einem Raum zu fressen, können Sie sich
selber auf die Schulter klopfen.
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Überstürzen
Sie nichts!
Einbürgerungen
lassen sich nicht über einen Kamm scheren!
Wesentliches Kriterium ist der Charakter beider/aller Katzen.
Sprich: gleich zu gleich oder ergänzen/anpassen.
Grundsätzlich lässt sich nur sagen:
Solange der Zuwachs nicht bereits bei der Ankunft bzw. beim
ersten Kontakt sofort bitterböse attackiert wird, ist
Land in Sicht, und es kann nur besser werden!
Denn zu den Menschen, die im Zweifel lieber die Katze wechseln,
gehören Sie doch wohl nicht, oder?
Eine dritte Katze:
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Verhalten
Sie sich bei der Einführung der dritten Katze wie
es oben in "Die Ankunft"
beschrieben ist.
-
Eine
dritte Katze in einen Haushalt einzuführen, kann
eine Situation heraufbeschwören, wo sich zwei Katzen
verbünden und Freunde werden, aber die dritte Katze
zurückgewiesen wird.
-
Vergewissern
Sie sich, dass Sie genügend Platz haben, damit
jede Katze territoriale Sicherheit hat.
-
Erweitern
Sie das Umfeld der Katzen auf verschiedenen Ebenen (Sitzplätze,
Kratzbäume).
-
Sie
müssen feinfühlig und wachsam auf die wechselnde
Dynamik in der Gruppe reagieren. Vergewissern Sie sich,
dass keine Katze ausgeschlossen oder gemobbt wird.
-
Sie
benötigen zwei bis drei Katzentoiletten.
-
Haben
Sie ein Auge bei der Fütterung darauf, dass keine
Katze von der Futterschüssel vertrieben wird. Stellen
Sie sicher, dass jede seinen Anteil am Futter bekommt.
Falls nötig, füttern Sie die Katze weit weg
von den anderen, um die Angst zu verringern.
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