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Unsauberkeit
bei Katzen
Ursachenforschung
und Gegenmaßnahmen
Wie
alt ist die Katze?
Bei Jungkatzen
ist der Punkt - "Erziehung des
jungen Kätzchens zur Stubenreinheit" sicher
hilfreich.
Bei
erwachsenen Tieren: Sind Krankheitsgründe (z.B. Blasenentzündung,
Blasenschwäche, Diabetes) durch tierärztliche
Untersuchung ausgeschlossen?
Wenn nein, sollte die Katze zunächst einem Tierarzt
vorgestellt werden.
Ist
die Katze bereits sehr alt?
Unsauberkeit kann auch in hohem Alter und Senilität
begründet liegen und Sauberkeit ist dann kaum wiederzuerlangen.
Vielleicht schafft man es ja, der Katze in ihrem letzten
Lebensabschnitt die Unsauberkeit nachzusehen.
Ist
die Katze kastriert?
Gerade bei unkastrierten Tieren, besonders Katern
und Kätzinnen während der Rolligkeit, ist
die Unsauberkeit weit verbreitet (Sexualverhalten des Katers:
Harnspritzen). Auffällig ist bei diesem Markierungsverhalten,
dass Kot oder Harn oft vorzugsweise in der Nähe von
Fenstern und Türen abgesetzt wird.
Wie
viele Katzen befinden sich im Haus? Wie viele Katzenklos
sind aufgestellt?
Als Faustregel gilt: Mindestens eine Katzentoilette
mehr als Katzen im Haus.
Wie
oft wird die Katzentoilette gesäubert?
Das Katzenklo muss mindestens einmal täglich gereinigt
werden. Einige Katzen benutzen ihr Klo schon dann nicht
mehr, wenn sie es nur einmal benutzt haben. Keine Desinfektionsmittel
benutzen! Sie sind schädlich für die Katze und
können aufgrund ihres scharfen Geruchs dazu führen,
dass das Tier sein Klo nicht mehr benutzt.
Wie
sieht das Katzenklo aus?
Einige Katzen suchen die Geborgenheit des geschlossenen
"Toilettenhäuschens", andere bevorzugen offene
Toiletten, in denen sich der Geruch von Urin und Kot schneller
verflüchtigen kann. Hier gilt es auszuprobieren. Einige
Katzen "wandern" gern einige Schritte, wenn sie
ihre Geschäfte verrichten. Ihnen könnte ihr Katzenklo
schlicht zu klein sein. Bieten Sie ihr ein größeres
oder mehrere normale an einem Standort an.
Welche
Katzenstreu wird benutzt? Hat es einen Wechsel der Marke
gegeben?
Wenn ja, sollte auf die bewährte Streu zurückgegriffen
werden. Wenn nein, sollten verschiedene Streusorten ausprobiert
werden, die man in mehrere Katzenklos oder katzenkloähnlichen
Kartons anbietet. Ausprobiert werden können auch Zeitungsschnipsel,
Sand, Tonerde, Späne oder unbehandelte Blumenerde.
Wo
ist der Standort der Katzentoilette?
Herrscht hier viel Publikumsverkehr, etwa im Flur oder in
der Küche, kann das zur Verweigerung führen. Zur
Verrichtung ihres Geschäftchens braucht die Katze Ruhe
und will unbeobachtet sein.
Stehen
Futter und Katzentoilette in unmittelbarer Nachbarschaft?
Auch das kann ein Grund sein, das Katzenklo zu verweigern
- die Katze als sauberes Tier kann die Verschmelzung der
Gerüche von Futter und Ausscheidung schlicht nicht
ertragen.
Wo
werden die unerwünschten Geschäfte abgesetzt?
In der Nähe von Fenstern und Türen ist das gestörte
Sexualverhalten naheliegend (s.o.). Auf dem menschlichen
Bett (was leider sehr häufig vorkommt): Frustrationsverhalten
oder Protest, mögliche Gründe hierfür folgen
später.
Seit wann besteht die Unsauberkeit? Hat es vielleicht einen direkten Auslöser gegeben?
Beispiele: Umzug, Wohnungs-Renovierung, Zuzug/Wegzug einer Person in die/aus der Wohnung, Geburt eines Kindes. Bei Freigängern: wurde die Auslaufzeit eingeschränkt/geändert? Wurden in der Wohnung Möbel umgestellt? Wurden liebgewonnene Angewohnheiten unterbunden. Wurde die Katze von ihrem Schlafplatz im menschlichen Bett verbannt? Fand die Aufnahme einer zweiten Katze/eines anderen Haustieres in der Wohnung statt? Katzen fühlen sich in ihren Territoriumsansprüchen und ihren Rechten auf Zuwendung unter Umständen dann zurückgesetzt.
Versuchen Sie, die vorgenannten Ursachen – sofern zutreffend – abzustellen. Ist das nicht möglich, oder liegen Umstände vor, die nicht zu ändern sind, kann die Abgabe der Katze in ein neues Zuhause nötig werden. Um Protestverhalten aufzudecken, beantworten Sie daher auch folgende Fragen aufrichtig:
Besteht die Unsauberkeit bereits seit dem Einzug der Katze bei ihren Besitzern?
Vielleicht sind die Lebensumstände in der neuen Familie nicht „katzengerecht“. Sei es, dass die Katze häufige Besuche fremder Menschen, evt. auch Hunde, in der Wohnung nicht verkraften kann, sei es, dass lebhafte Kinder sie nicht zur Ruhe kommen lassen. All das kann zur Unsauberkeit aus Protest führen.
Halten Sie vielleicht eine Katze als Wohnungskatze, die Freigang gewöhnt ist?
Überprüfen Sie, ob Sie dem Tier nicht wenigstens einige Stunden am Tag freien Auslauf gewähren können, sonst werden Sie die Unsauberkeit, die auf dieser Einschränkung beruht, nicht abstellen.
Hat die Katze in der Abwesenheit ihrer Besitzer vielleicht schlicht Langeweile?
Für die Zeit des Alleinseins sollte für viele Ablenkungsmöglichkeiten gesorgt sein. Kleine Spielgegenstände, Kartons und Schachteln, in die sich die Tiere gern verkriechen, helfen, die Zeit des Alleinseins zu überbrücken. Nach dem Heimkommen sollte der Katzenhalter sich seinem Tier intensiv widmen und auf seine Spielwünsche eingehen.
| Versuche erzieherischer Gegenmaßnahmen |
Energische Erziehungsmaßnahmen wie schlagen oder anbrüllen sind bei unsauberen Katzen in keinem Falle angezeigt. Auch ihr das empfindliche Näschen in ihre Pfütze zu stupsen, ist unsensibel und unsinnig.
Ein Wochenende Zeit muss dem Problem „Unsauberkeit“ seitens des Katzenhalters mindestens gewidmet werden, wenn alle vorher genannten Ursachen untersucht und abgestellt sind. Katzen verhalten sich in aller Regel dann unsauber, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Daher heißt es: die Katze möglichst unauffällig beobachten, um sofort reagieren zu können, vielleicht sogar noch bevor Kot oder Urin abgesetzt werden.
Beobachtet man das Tier schon bei der Vorbereitung für sein „Geschäft“: Vorsichtig hochheben und ins Katzenklo setzen.
Ertappen Sie die Katze in flagranti: Sinnvoll ist das Bereitstellen einer Blumenspritze. Mit deren harten Wasserstrahl „beschießen“ Sie die Katze, wobei Sie die Spritze möglichst so halten, dass die Katze Sie nicht als direkten Urheber der „Dusche“ erkennen kann. Wichtig ist, dass diese Methode konsequent und versteckt durchgeführt werden muss – Sie dürfen also Ihre Katze nicht aus den Augen verlieren!
Direkt an der durch die Katze verunreinigten Stelle können Sie folgendes ausprobieren:
Plazieren Sie ihren Futternapf dort – Katzen beschmutzen nie ihren Futterplatz.
Oder: Reinigen Sie die Stelle mit einem übel riechenden Mittel – z. B. Essig oder Orangenöl
Oder: Stellen Sie ein Katzenklo an dem beschmutzten Ort auf.
Ein Versuch bei besonders hartnäckigen Fällen: Sperren Sie ihre Katze in einen glatten, kleinen Raum (Badezimmer). Katzen verabscheuen glatte Fußböden. Wenn Sie in diesen Raum nur ein Katzenklo stellen, ist sie quasi gezwungen, dieses auch zu benutzen. Mit etwas Glück gewöhnt sie sich schon nach kurzer Zeit an ihre Katzentoilette und Sie können das Tier langsam, Raum für Raum, wieder in die Wohnung „zurückführen“. Verstärkend kann der Boden des Raumes auch mit knisternder Folie abgedeckt werden. Falls die Katze ihr „Geschäft“ in ihrem Bett erledigt, können Sie auch eine Folie über das Bett legen.
Bleiben alle Versuche der Ursachenforschung und Gegenmaßnahmen der Unsauberkeit über einen langen Zeitraum erfolglos, besteht leider auch noch die Möglichkeit, ein Tier mit angeborenem geistigen Defekt aufgenommen zu haben.
In diesen Fällen muss man sich wohl oder übel entscheiden, ob man mit diesem Problem leben kann oder nicht. Sich der Katze zu entledigen, indem man sie an unwissende Dritte oder auf einen Bauernhof gibt, ist sicher die denkbar schlechteste Lösung. Ihre Katze, menschliche Obhut gewöhnt, muss sich hier mit den bereits vorhandenen Hofkatzen auseinandersetzen. In der Regel wird der Neuankömmling verjagt und muss meistens durch Erschießen, Überfahren oder schlicht aus schlechter Versorgung den Tod erleiden. Dann ist es, so hart es klingen mag, konsequenter, das Tier vom Tierarzt schmerzlos einschläfern zu lassen. |
Zuletzt die Bitte: Bevor Sie Ihre Katze kurzerhand wieder ins Tierheim geben, rufen Sie bitte dort an, und lassen Sie sich von einer erfahrenen Katzenpflegerin in einem persönlichen Gespräch beraten!
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