Tipps zur Haltung von Katzen

Erziehung der jungen Kätzchen zur Stubenreinheit

Sie haben ein Kätzchen adoptiert, vielleicht sogar ein mutterloses, nur ganz wenige Wochen altes, das Sie aufpäppeln wollen. Weil Sie es besonders gut meinen, gestatten Sie dem Kätchen Zugang zu allen Räumen. Bald stellen Sie mit Entsetzen fest, dass die so hoch gepriesene Stubenreinheit von Katzen sehr zu wünschen übrig lässt. Das Kätzchen verewigt sich an allen nur denkbaren Orten. Schnell ist die Freude an dem noch hilflosen Tierchen verflogen, und Sie ziehen ernsthaft in Erwägung, es wieder abzugeben.

Und dabei ist es relativ einfach, Kätzchen - und seien sie noch so klein - bei entsprechender Haltung zur zuverlässigen Stubenreinheit zu erziehen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass der Freiraum erheblich eingeschränkt wird. Für Kätzchen bis zu einem Alter von vier bis sechs Wochen kann ein ganzer Raum schon viel zu groß sein, um die angebotene Schüssel - ein normales Katzenklo ist noch zu hoch - zuverlässig aufzusuchen.

Je nach Alter des Tieres trennt man mit Hilfe von Brettern einen Teil des Raumes ab, schafft also ein Gatter. Ganz in der Nähe des Schlafkorbes werden nach Möglichkeit mehrere kleine Katzenklos, die ca. 4 - 6 cm hoch mit Katzenstreu gefüllt sind, aufgestellt. Nehmen Sie als Katzenklo eine Plastikschüssel mit mittelhohem Rand. Das Kätzchen soll mühelos hineinsteigen und noch gut darüber hinwegblicken können. Die Schüssel muss fest auf dem Boden stehen. Wenn sie wackelt, bekommen kleine Kätzchen Angst und sie meiden dann den Ort.
Der Fachhandel bietet Toiletten speziell für Katzenbabys an.

Wenn das Kätzchen vom Schlaf erwacht oder nach dem Füttern sein Geschäftchen erledigen muss, darf der Weg zur Katzentoilette nicht zu weit sein. Setzen Sie das Kätzchen nach dem Füttern in das Klatzenklo. Wiederholen Sie diesen Vorgang so lange bis das Kätzchen es von alleine aufsucht. Nach einem Erfolg wird das Katzenklo aber nicht gleich gesäubert, sondern es wird bis zum nächsten Mal gewartet. Dadurch entsteht eine "Geruchsbindung". Sollte dennoch ein Malheur passiert sein, werden die Ausscheidungen gründlich mit Essigwasser entfernt und auf die beschmutzte Stelle wird ein Katzenklo gestellt. Widmen Sie der Erziehung Ihrer Katze zu Stubenreinheit Ihre ganze Aufmerksamkeit, so ersparen Sie sich künftig viel Ärger und Verdruss.

Ist deutlich erkennbar, dass dem Kätzchen der zur Verfügung gestellte Raum nicht mehr ausreicht und versucht es, über die Bretterwand zu klettern, wird der abgetrennte Raum um ein paar Quadratmeter vergrößert - immer vorausgesetzt, es "klappt" mit der Stubenreinheit. Der Abstand zum Katzenklo wird damit automatisch vergrößert. Hier bleibt das Kätzchen, bis es wieder zeigt, dass es mehr erkunden will. Irgendwann wird ihm dann der ganze Raum zur Verfügung gestellt.

Erst wenn die Jungkatze beim Öffnen der Zimmertür bereits lauernd davor sitzt, um beim ersten Spalt zu entweichen, hat sie die Reife erlangt, auch bei größerem Platzangebot zuverlässig stubenrein zu sein. Dann sucht sie, auch wenn sie in anliegenden Räumen spielt und tobt, für die Erledigung ihres Geschäftes die dafür vorgesehene Katzentoilette auf.

Von besonderer Wichtigkeit ist nun das regelmäßige Entfernen der verbrauchten Streu. 15 - 20 mal am Tag sucht die Jungkatze das Klo auf. Auch wenn es immer nur ein Fingerhut voll ist, ist es wichtig, dass mehrmals am Tag das Klo gesäubert wird. Andernfalls muss damit gerechnet werden, dass das Kätzchen das vernachlässigte Klo meidet und statt dessen irgendwelche Ecken aufsucht. Wenn die Streu so niedrig ist, dass das Kätzchen keine Mulde mehr scharren kann, muss frische nachgefüllt werden. Alle paar Tage sollte die alte Einstreu ganz entleert und gegen frische ausgetauscht werden. Bei dieser Gelegenheit sollte die Plastikschüssel mit heißem Wasser ausgewaschen werden. Verwenden Sie keine Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel. Katzen mögen das nicht, weil es ihre Geruchsorientierung stört. Nötig wäre das nur im Krankheitsfall.

Abschließend sollte noch darauf hingewiesen werden, dass der Mensch dem Kätzchen Mutter und Geschwister zum Spielen und Balgen ersetzt. Selbst bei besten Vorsätzen ist das schier unmöglich.

Daher meine Bitte: Kleine Kätzchen nur im Doppelpack!