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Wunder - es gibt sie doch

Wiedersehen mit Pitinga
Jeder schöne Augenblick ist eine Perle,
die wir auf die Kette unseres Lebens fädeln.
Und jeder glitzernde Glücksmoment,
den wir genießen, macht unsere Kette
ein kleines bisschen kostbarer.

Wiedersehen

Pitinga - endlich gefunden! Sie lebt und ist unversehrt. - Stand 26. Mai 2010

Es gibt viele Wahrscheinlichkeiten,
aber nur wenige Gewissheiten.
Und davon lebt die Sehnsucht
und die Hoffnung!

Um Wunder zu erleben,
muss man an sie glauben!


Am 26. Mai 2010 erhielt ich die Nachricht, dass Pitinga lebend über ihre Chipnummer von Tasso identifiziert wurde. Ich war überglücklich und habe sofort im Lingener Tierheim angerufen, um die freudige Nachricht weiterzugeben. Im Tierheim war die Freude natürlich riesengroß, denn wir alle hatten immer noch auf einen glücklichen Ausgang gehofft und Pitinga nie ganz aufgegeben.

pitinga


Wir hatten die Suche nach ihr nie gestoppt, und ich war mir ganz sicher, dass sie noch leben würde. Sie war in Gedanken immer bei mir, und ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als sie noch einmal wiederzusehen. Dieser Wunsch ist jetzt für mich in Erfüllung gegangen. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin.

Pitinga heißt jetzt Luzy und lebt seit dem 09. Mai 2010 bei einer jungen Frau in Bünde bei Melle. Seit September 2009 streunte Pitinga durch die Gegend von Bünde. Am 09. Mai konnte sie endlich eingefangen werden. Es geht ihr gut.
Sie wurde von vielen lieben Menschen mit Futter versorgt. Ein Ehepaar, welches eigentlich Angst vor ihr hatte, stellte im Winter Wasser und Futter auf eine Heizplatte. Nur durch die Hilfe dieser tierlieben Menschen hat sie überleben können.
Unser  größter Dank geht an Frau P., die sich Pitinga angenommen und versorgt hat und mit viel Geduld und Liebe das Vertrauen von Pitinga  erhalten hat.
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei ALLEN bedanken, die uns bei der Suche von Pitinga unterstützt haben und/oder uns moralischen Beistand geleistet und somit an ihrem Schicksal teilgenommen haben.

Astrid Mathias und das Team vom Tierheim Lingen


Zeitungsberichte:
© 2010 Neue WestfälischeBünder Tageblatt

22.04.2010
BÜNDE-ENNIGLOH
Herrenloser Hund streunt durch Ennigloh
Ordnungsamt, Tierschützer, Polizei und Kreisveterinäramt haben Task Force gebildet / Wollen Betäubungsmittel ins Futter mischen
VON ANNE WEBLER

Bünde-Ennigloh. Seit einem Jahr streunt ein wild lebender Hund durch die Nachbarschaft der Grundschule Ennigloh. Weil sich einige Anwohner an dem Riesenschnauzer-Mischling stören, beratschlagen Ordnungsamt, Polizei, Tierheim und Kreisveterinäramt, wie sie den Hund fangen können. Jetzt steht die Aktion kurz bevor.

Der schwarze Vierbeiner vergräbt immer wieder Unrat in Eckard Riesos Garten: Brötchen, Puppenkleider, tote Vögel und gebrauchte Windeln. Und nicht nur bei Rieso: "Ich hab mit meinem Nachbarn schon gescherzt, dass wir eine Tauschbörse aufmachen können mit den Sachen, die der Hund anschleppt", sagt Rieso und lacht.

Trotzdem ist er dem Streuner wohlgesonnen: "Ich bin ein Hundeliebhaber", sagt der 61-Jährige. Das Fell des Tieres sei ausgefranst und ungepflegt. Im Winter habe der Hund die Nähe der Häuser gesucht und sich in die wärmeren, geschützten Hauseingänge gelegt. "Der Hund ist keine Bedrohung", betont Rieso, aber einige Nachbarn fühlten sich belästigt. Mehrmals hat er versucht, sich dem Hund zu nähern, doch der sei sehr scheu und ließe Menschen nicht näher als fünf bis zehn Meter an sich heran. "Das ist ein heimatloses Tier, das Hilfe braucht", sagt Rieso.

Iris Wilsmann, Leiterin der Grundschule Ennigloh, ist der Hund nicht bekannt. "Die Eltern haben uns nichts zugetragen", sagt sie. Jörg Hölscher, Bezirksbeamter in Ennigloh, kennt den Hund. "Morgens ab sechs Uhr ist er unterwegs, im Winter ab sieben, dreht jeden Tag die gleiche Runde." Anwohner erzählten Hölscher fast jeden Tag, wo sie den Hund gesehen hätten und was er so mache. Renate Siekkötter vom Tierheim Ahle, das Ordnungsamt und Kreisveterinäramt stehen seit vergangenen Herbst in Kontakt, wie sie den "Problem-Hund" fangen können. Das Tierheim hat es mit einer Lebendfalle probiert, was nicht funktionierte. Das Kreisveterinäramt hätte den Hund mit einem Betäubungspfeil lahmlegen können, das wollten die Tierschützer jedoch nicht; sie fürchteten, dass die Dosis vielleicht nicht reicht und der Hund halb betäubt vor ein Auto rennt.

Am Dienstag trafen sich Hölscher, Siekkötter, Axel Biermann vom Ordnungsamt und Dr. Tanja Hochstetter, Amtstierärztin und für den Tierschutz im Kreis Herford zuständig. "Wir haben besprochen, dass wir in den kommenden Tagen Kontakt zu den Anwohnern aufnehmen und ermitteln werden, wo der Hund frisst", sagt Hölscher. Dann würden sie den Hund an dieser Stelle regelmäßig füttern, bevor sie ihm Anfang Mai ein Betäubungsmittel ins Futter mischen. Sobald er schläft, bringen die Tierschützer ihn ins Tierheim. "Damit das gelingt, wäre es gut, wenn es keine Konkurrenzfütterungen gäbe", sagt Hochstetter.

Carla fasst langsam Vertrauen
Junge Frau aus Muckum bemüht sich rührig um Hündin / Tierschutzverein zuversichtlich

Bünde (nw). Nach dem Bericht in der NW vom 22. April über die frei lebende Hündin Carla in Ennigloh riefen zahlreiche Anwohner beim Tierschutzverein Herford an, die Angaben über das Tier machen konnten. Der Vierbeiner hat etwa zehn Futterstellen. Leider hat sich bisher niemand gemeldet, der Carla tagsüber füttert.

Somit konnte der Plan, ein Schlafmittel ins Futter zu mischen, bisher nicht realisiert werden. Bei allen bisher bekannten Futterstellen taucht die Hündin erst abends oder nachts auf. Da die Wirkung der Schlaftabletten häufig erst mit erheblicher Verspätung einsetzt, besteht die Gefahr, den schlafenden Hund in der Dunkelheit nicht wieder zu finden. Aber zum Glück ergab sich eine andere Möglichkeit, die hoffen lässt, dass Carla bald in menschliche Obhut genommen werden kann.

Eine junge Frau aus Bünde-Muckum bemüht sich seit etwa zwei Wochen intensiv darum, das Vertrauen der Hündin zu gewinnen und verbringt täglich oder besser gesagt nächtlich mehrere Stunden in der Nähe des Tieres. Sie würde Carla gern ein neues Zuhause geben. Gute Vorarbeit im Rahmen der vertrauensbildenden Maßnahmen haben all diejenigen Tierfreunde geleistet, die Carla füttern, insbesondere aber eine bis dato nicht bekannte Futterstelle, wo die Hündin seit vielen Monaten täglich versorgt wird.

Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins Herford: "An dieser Futterstelle, die in einer kleinen Seitenstraße liegt, treffen wir uns bei Einbruch der Dunkelheit mit Carla. Wir sind zu dritt oder zu viert und sie frisst uns allen aus der Hand. Die Hundefreundin aus Muckum hat aber ein besonderen Draht zu ihr. Die beiden gehen schon zusammen spazieren und seit gestern kann sie das Tier vorsichtig berühren."

An diesen Hund müsse man sich wirklich Zentimeter für Zentimeter herantasten. "Ich habe vom Tierarzt ein Pheromone-Spray besorgt. Diese Botenstoffe sollen Carla ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und helfen, ihre Ängste zum Beispiel gegenüber Hundeleinen und geschlossenen Räumen abzubauen", so Siekkötter. Es werde sicherlich noch einige Tage dauern, bis es gelinge, sie anzuleinen oder sie in ein Gebäude oder ein Auto zu locken, aber man sei auf einem guten Weg. Und nur mit Geduld und Besonnenheit gehe es. Übereilte Aktionen könnten das mühevoll aufgebaute Vertrauen mit einem Schlag kaputt machen.

Ein Dank gilt allen Tierfreunden, die die Hündin mit Nahrung versorgten mit der Bitte, ihr jetzt jeweils nur noch einige Leckerbissen zu geben, damit sie noch Hunger habe, wenn sie zu dem "Treffen" komme. "Die Anwohner, die sich durch Carla belästigt fühlen, bitten wir noch um etwas Geduld. Die Lösung des Problems ist in Sicht." Sollte es Hundefreunde geben, die Carla tagsüber füttern, wären die Tierschützer für eine entsprechende Information unter Tel. 0170/1425 199 dankbar.

Überredungskunst nötig

Bünde. Die frei lebende Hündin Carla, die große Ängste gegenüber Hundeleinen und geschlossenen Räumen hat (die NW berichtete) ist inzwischen in guten Händen. Keine einfache Angelegenheit. Tierschutzvereins-Vorsitzende Renate Siekkötter schildet die Aktion im folgenden und wie es Carla inzwischen geht.


Samstag, 8. Mai, 21.45 Uhr: Ich biege in die kleine Seitenstraße in Bünde-Ennigloh ein, in der unsere abendlichen Treffen mit Carla stattfinden. Auf meinem Beifahrersitz steht wieder die Tupperdose, gefüllt mit gebratenem Hähnchenbrustfilet, Würstchenscheiben und Schweizer Käse. Auch Birte P. und ihre Freundin sind schon da, und Anita P. hat bereits einen großen Teller mit Hundefutter bereitgestellt. Es ist weit nach 22 Uhr als Carla endlich auftaucht.

Sie begrüßt uns alle, frisst von dem Hundefutter und nimmt dann mit sichtlichem Genuss die Hähnchenfleischstücke aus meiner Hand. Anschließend verputzt sie noch drei Scheiben würzigen Schweizer Käse und legt sich dann völlig entspannt in unsere Runde. Birte P. beginnt, sie vorsichtig zu streicheln und fädelt ganz beiläufig eine dünne Leine durch die Befestigungsöse an Carlas Halsband. Dann geht sie mit der Hündin an der Leine einige Schritte auf und ab.

Carla scheint es überhaupt nicht zu stören, dass sie angeleint ist. Als nächstes versuchen wir, die Vierbeinerin dazu zu bringen, ins Auto zu springen. Aber sie steigt weder in den Pkw von Birte P. noch in mein Fahrzeug ein. Also bleibt uns nur der Fußmarsch zu ihrem neuen Zuhause. Wie erwartet, legt sie sich an ihren jeweiligen Reviergrenzen hin und weigert sich, auch nur einen Meter weiterzulaufen. Aus diesem Grund muss die Marschroute mehrfach geändert werden. Wir gehen im Stockfinsteren am Friedhof Ennigloh vorbei und biegen dann in einen Feldweg an der Kompostieranlage ein. An der Wilhelmshöhe überqueren wir die Holzhauser Straße und wandern dann überwiegend auf Feldwegen zu dem Anwesen in Bünde-Muckum, wo Birte P. wohnt. Mit etwas Überredungskunst gelingt es Birte P., Carla ins Haus zu locken. Dort legt sich das Tier völlig entspannt ins Esszimmer und ruht sich aus. Sie weiß, dass sie "angekommen" ist.

Anita P., die die Hündin über Monate an ihrem Haus gefüttert hat, und ich setzen unsere nächtliche Wanderung fort, in dem wir den Rückweg antreten. Wir sind so erleichtert und glücklich, dass wir erst Stunden später zuhause merken, wie sehr uns die Füße weh tun. Carla war von Anfang an in der Wohnung völlig unproblematisch. Sie akzeptierte sogar auf Anhieb die beiden vorhandenen Katzen. Nur tagsüber spazieren gehen mag sie noch nicht so recht. Sie hat noch einen anderen Rhythmus. Die Tierärztin, die sie inzwischen untersuchte, stellte fest, dass sie topfit und etwa zwei Jahre jung ist.

Birte und Carla haben sich gesucht und gefunden. Bleibt zu hoffen, dass beide noch viele schöne gemeinsame Jahre haben werden. Alle Beteiligten danken nochmals allen, die sich um Carla über die vielen Monate gekümmert und an ihrem Schicksal Anteil genommen haben.


Pitinga (Luzy) und Birthe Luzy und Kerstin
Luzy und Kerstin Luzy und Kerstin
Luzy und Birthe Luzy und Nachbar
Luzy  

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